Leserstory! Seit zwei Jahren arbeit ich als Briefträger bei der Post. Aber was mir vor einiger Zeit passiert ist, kante ich bislang nur vom Hörensagen. Und weil die Geschichte so unglaublich ist, habe ich sie meinen Berufskollegen auch nicht erzählt - sie würden mir ohnehin nicht glauben.
Aufgewachsen bin ich in Baden. In diesem kleinen Städtchen hab ich auch meine Lehre gemacht. Vielleicht denken jetzt einige “Pöstler”? Wie kann man so einen Beruf denn überhaupt ergreifen? Naja, mir persönlich hat die Büroarbeit nie zugesagt, bin ich doch viel lieber an der frischen Luft. Ausserdem ist es mir wichtig, nicht dauernd einen blöden Chef im Nacken zu haben und selbständig arbeiten zu können.
Wie auch immer - eines Tages hatte ich auch vom Kleinstadtleben genug und entschloss mich, aufs Land zu ziehen. Hier war meine Arbeit noch etwas persönlicher, kannte ich doch schon nach kürzester Zeit das halbe Dorf. So knatterte ich mit meinem gelben Mofa Tag für Tag von Briefkasten zu Briefkasten, überbrachte Briefe, Pakete, Einschreiben und Mahnungen, hatte da und dort einen kleinen Schwatz und traf jeden Morgen zum Znüni im Rössli meine lieben Freunde, die ich im Turnverein kennen gelernt hatte. Doch eines Tages war da dieses Einschreiben…